Erste Sonnenstrahlen in Vilnius

Weil sich in der litauischen Hauptstadt endlich erste Sonnenstrahlen zeigen, können problemlos auch endlich die ausständigen Wahrzeichen besucht werden.
Vom Hotel aus geht es in 25 Minuten zum „Museum der Genozidopfer“ (kurz: KGB-Museum). Hier wird die jüngere Geschichte Vilnius behandelt, das Gebäude des Museums beherbergte sowohl die Gestapo als auch den KGB. Hier werden Überwachungseinrichtungen ebenso gezeigt wie die Exekutionskammer des KGB.
Auf dem Boulevard „Gedimino Prospektas“ geht es vorbei an den Prachtbauten der Stadt in Richtung Kathedrale. Die größte katholische Kirche Litauens und Hauptkirche des Erzbistums Vilnius wurde 1801 im klassizistischen Stil fertigstellt und 1985 von Papst Johannes Paul II. zu „basilica minore“ erhoben (zur Bedeutung dieser Erhebung siehe Artikel über Stift Klosterneuburg, dessen Kirche ebenfalls eine basilica minore ist). Die Kathedrale ist dem Hl. Stanislaus, Bischof von Krakau, und dem Hl. Ladislaus, König von Ungarn, geweiht. 1949 wurde sich von den sowjetischen Behörden geschlossen und zu einer Gallerie umgewidmet. 40 Jahre späte wurde sie der katholischen Kirche zurückgegeben und wieder geweiht.
Hinter der Kathedrale kommt man vorbei am Litauischen Nationalmuseum. Im Bereich des Museums befindet sich eine Seilbahn, die einen um 3 LTL (€ 0,87) pro Person auf den Hügel dahinter hoch und wieder hinunterfährt (man kann auch zu Fuß gehen…) um zum Gedimino-Turm zu kommen. Vom Plateau aus hat man eine Aussicht sowohl auf die Altstadt als auch auf die Skyline der „Neustadt“. Wieder unten angekommen geht’s vorbei an der Kathedrale zum Platz an seiner Seite. Dort findet man ein Denkmal für den Großfürsten Gedimino, der 1316 den Thorn bestieg und unter dem Vilnius Hauptstadt des Großfürstentums Litauen wurde, das damals weit größer war – es bestand aus den dem heutigen Baltikum, Weißrussland, Ukraine und Teilen Westrusslands. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts war es auch in einer Union mit Polen.
Von der Kathedrale in Richtung Rathaus gehend kommt man links zur Bernardinų gatvė, die zur St. Anna-Kirche und zur dahinter gelegenen Franz-von-Assisi-Kirche führt, letztere wird auch Bernardiner-Kirche genannt – die Franziskaner werden ausgehend von Polen in dieser Gegend Bernhardiner genannt, nach dem Hl. Bernhardin von Siena.
Am Heimweg geht es noch an der russisch-orthodoxen Kirche des Hl. Konstantin und des Hl. Michael vorbei. Diese wird gerade Saniert und ist nur zu bestimmten Zeiten zugänglich. Sie wurde 1913 anlässlich des 300. Regierungsjubiläum der Romanovs erbaut.
Abends geht es, wie am ersten Tag, nochmal ins „Kaimas“ (-> siehe Artikel erster Tag). Die Aktion mit den 2 Bier um 8 LTL gibt’s noch und auch die Hauptspeise bleibt aufgrund des tollen Eindrucks unverändert. Heute gibt’s auch das Getränkespecial (Antialkoholisch!): Wasser mit Gurke und Dill, der halbe Liter zu 2,59 LTL (€ 0,75) und zum Abschluss den Likör vom Vortag – 4cl um 6,99 (€ 2,03). Die Gesamtrechnung für 2 Personen inkl. Vor-, Haupt- und Nachspeise inkl. Getränke kommt somit auf diesmal stolze 80,19 LTL, was in Geld genau 23,25 sind.
Nach Auffinden des ehrlichen Taxiunternehmens (es ist die das Taxi mit der Rufnummer 1446) kommt die 7-Min-Fahrt von der Altstadt zum Hotel auf 4,67 LTL (€ 1,35) – unschlagbar niedrig und damit versöhnlich nach dem etwas irritierenden 1. Tag! Alles in allem kann man Vilnius für einen Citytrip durchaus empfehlen. Aufenthaltskosten sind günstig, die Stadt macht auch im Außenbezirk in dem das Hotel liegt einen halbwegs sicheren Eindruck, die Menschen sind freundlich und verstehen durchaus Englisch (meistens…). Einzig die Anreise ist etwas teurer – aber mit dem Redticket der AUA war der Flug mit € 148 zusammengerechnet mit den niedrigen Nebenkosten durchaus im Rahmen :) .
Sudie, Lietuva!

Vilnius, Kulturhauptstadt 2009 – Erste Eindrücke

Nach einem ca. 1 1/2-stündigem Flug erreicht man von Wien kommend die litauische Hauptstadt. Mit dem Bus kann man um 2,50 Litautische Lita (kurz: LTL, umgerechnet 0,72€) geht’s in die Vorstadt, von wo ein ca. siebenminütiger Weg zum LT Hotel.

Die Taxipreise sind in Litauen (oder zumindest in Vilnius) etwas unvergleichbar: Ein Taxiunternehmen nimmt 15 LTL vom Hotel in die Altstadt, ein anderes 6 LTL und wieder ein anderes 10 LTL – nachdem es aber sehr herbstlich und regnerisch in der litauischen Hauptstadt ist, nimmt man auch die teuerere Variante in Kauf – noch dazu auch noch 20 LTL im Raum stehen ;) . Die Altstadt entpuppt sich im herbstlichen Dunkel als durchaus picturesque: Viele alte Gebäude, barocke Kirchen, tolle Cafés und entspannte Bierkneipen. Es schaut nach einem fotointensiven Wochenende aus…

Der Nieselregen und der kühle Wind (und auch ein leichter Hunger) drängen auf ein kleines Abendessen. In der Altstadt schaut (unter vielen anderem) das “Kaimas” als entspannetes Lokal für ein einfaches Essen aus. Das Personal ist freundlich (und kann ein bisschen Englisch), die Karten sind zweisprachig und das Essen ist durchaus lecker und leistbar. Ein Bier gibt’s um 6 LTL, das zweite kostet nur mehr 2 LTL – 2 Halbe Bier gibt’s so um heiße 8 LTL (das sind € 2,32). Als Vorspeise gibts eine kalte Rote-Beete-Suppe mit viel Dill und Bratkartoffeln, als Hauptspeise ein Kiever Hühnerfilet um 18 LTL und als Nachspeise eine Schoggitorte und Espresso – tutto completo kommt das Abendessen auf 67 LTL (€ 19,40) für 2 Personen!

Vilnius verheißt ein spannendes Wochenende mit gutem Essen zu guten Preisen zu werden :)