Tag der deutschen Einheit und Oktoberfest 2012

Wenn man am 2. und 3. Oktober 2012 in München unterwegs war konnte man nicht nur das weltbekannte Oktoberfest sondern auch die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit bewundern. Bayern führt dieses Jahr den Vorsitz im Bundesrat – somit ist es auch Ausrichtungsstadt dieser Feierlichkeiten. Im Hofgarten stellten sich die “verfassungsmäßigen Organe” vor: Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung stellten ihre Aufgaben vor und verteilten allerhand Anschauungsmaterial (von Kulis über Kalender, Tassen, DVDs und Stofftaschen etc.). In den verschiedenen Zelten wurden auch Podiumsdiskussionen veranstaltet – so etwa mit dem bayrischen Ministerpräsident Horst Seehofer oder seinem Nachfolger als Bundesratspräsident Winfried Kretschmann (Ministerpräsident Baden-Württemberg).

Am Abend gings dann auf die eigentliche Versanstaltung – das Oktoberfest (oder “Wiesn”) wie’s mittlerweile alle nennen (darum sagen die einen schon wieder Oktoberfest – aber das führt zu weit). Zur Geschichte des Oktoberfests verweise ich auf den Beitrag vom letzten Jahr (-> Link). Dieses Jahr ging’s ins “Winzerer Fähndl” mit einer Paulaner-Maß (€ 9,40) und einem Wiesn-Hendl mit Riesnbrezn (um gesamt lächerliche € 15,45 – also ohne die Maß selbstverständlich – aber Pfennigfuxer sind auf der Wiesn sowieso fehl am Platz). Im Anschluss gibt’s nocht brannte Erdnüsse, türkischen Honig und einen Ausflug zum “Teufelsrad” wo sich Leute auf eine drehende Scheibe setzen und versuchen von der nicht heruntergeschleudert zu werden. Gewürzt wird das ganze mit bissigen Kommentaren – also auch ohne aktive Teilnahme, nur zum Zuschaun a Gaudi!

St. Nikolaus-Kirche Übersee (Chiemgau)

Von Salzburg über die A8 kommend erreicht man Übersee am Chiemsee, dem bayrischen Meer, in ca. 30 Minuten. Hier findet nicht nur jährlich das Chiemsee-Reggae-Festival statt sondern genau an dieser Spitze des Chiemsees befindet sich auch der “Achentaler Dom”, wie die St. Nikolaus-Kirche auch genannt wird. Sie wurde im Neogotik Anfang des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Joseph Elsner errichtet und vor einigen Jahren aufwendig renoviert, sodass sie heute wieder in vollem Glanze erstrahlen kann.

Hinter der Kirch (nomen est omen) befindet sich der “Hinterwirt” in einem typischen Wirtshaus, von oben bis unten mit Lüftlmalerei bedeckt. Die Küche ist lecker und die Preise angemessen! Wer auf der A8 unterwegs ist sollte einen Abstecher wagen…

Verbündet – Verfeindet – Verschwägert | Landesausstellung 2012

Burg Burghausen | Burg 48 | 84489 Burghausen (BRD)
Schloss Ranshofen | Wertheimerplatz 8 | 5282 Ranshofen (AT)
Schloss Mattighofen | Stadtplatz | 5230 Mattighofen (AT) 

Die Landesausstellung, die das Land Oberösterreich und der Freistaat Bayern organisiert haben, dreht sich um die gemeinsame Geschichte der beiden Nachbarn. Angefangen im 8. Jahrhundert über den Frieden von Teschen 1776, der das Innviertel zu Österreich brachte und der Zeit des Wiener Kongresses nach den Napoleonischen Kriegen, die eine vollkommene Neuordnung des Kontinents brachten.

Der beeindruckenste Schauplatz ist auch gleich der Erste: Burghausen – die Burg thront weithin sichtbar über der Grenzstadt und ist von Salzburg in gut 50 min erreichbar. Bis zur Einstellung ist fast das ganze Gelände zu durchschreiten – allein das dauert schon gut 20 min. Im Inneren wird die Geschichte der Region bis ins Hochmittelalter behandelt. So finden sich hier die Ostarrichi-Urkunde von 996, die Goldene Bulle, die die Wahl zum römisch-deutschen König regelt oder der berühmte Tassilo-Kelch, wahrscheinlich gestiftet zur Gründung von Stift Kremsmünster 777  und auch Margarethe Maultasch, die “Patronin von Fieberbrunn“ findet hier eine Erwähnung. Die Ausstellung endet im 14. Jahrhundert, als die Herzogtümer Bayern und Österreich getrennte Wege begannen. Auch das allgemeine Leben des Mittelalters wird hier veranschaulicht.

Von Burghausen geht es innert 30 min nach Ranshofen, gleich bei Braunau. Hier wird die Zeit des Barocks groß zelebriert – aber abseits davon kam es zu zahlreichen Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen zwischen den beiden Herzogtümern: die Sendlinger Mordweihnacht, der Kartoffelkrieg, der das Innviertel zu Österreich brachte und zahlreiche kleinere Scharmützel zwischen den Habsburgern und den Wittelsbachern. Das höfische Leben mit Opern, Jagd und prunkvollen Essen wird in den Räumen des Schlosses ebenso dargestellt wie die Aufstiege von Kirchen und Klöstern und dem Aufkommen den Wallfahrten nach Altötting.

Von Ranshofen sind es ca. 30 min nach Mattighofen, wo die Ausstellung ihren Schlusspunkt setzt: Das Ende des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, das Werden des Kaisertums Österreich und des Königreichs Bayern. Ein Blick in die Familiengeschichte der beiden Dynastien ebenso wie die Schrecken der Napoleonischen Kriege und des Tiroler Aufstandes gegen ebendiesen. Hier kann man auch die orginalgetreuen Nachbauten der österreichischen Reichsinsignien in die Hand nehmen – Krone, Reichsapfel und Zepter (und darf sich sogar damit fotografieren – sonst gilt strengstes Fotografieverbot).

Die Organisatoren der Ausstellung haben alles möglich zusammengetragen und keine Station muss sich hinter einer anderen Verstecken! Die Karte kostet € 9,– (ermäßigt € 7,50) und gilt für den je einmaligen Eintritt in alle 3 Stationen zeitlich unbegrenzt (bis zum Ende der Ausstellung am 4. November 2012). Wer mehr Zeit mitbringt sollte auch die Parallellaktionen nicht auslassen – besonders die “InnWirtler” haben einen ganz besonders guten Ruf.