Regen in Vilnius -> Essen in Vilnius :)

Wenn der Herbst die litauische Hauptstadt nicht aus seinen Fängen lässt, dann bleiben neben den kulturellen Aspekten nur eine Tour durch die verschiedenen Versorgungstempel.

Um aber sich nicht dem Vorwurf auszusetzen zu müssen, dass man nur essen geht, geht man die 15 Minuten vom Hotel schon mal zu Fuß durch die vilnaer Außenbezirke in die Altstadt. Dort angekommen ist die erste Station die Kirch der heiligen Theresa – eine katholische Kirche (unverkennbar) aus dem Frühbarock. Gleich rechts hinter der Kirche geht es weiter zu einem der Wahrzeichen von Vilnius, dem “Tor der Morgenröte” (Aušros Vartai) – ein Stadttor, erbaut zwischen 1503 und 1522, für die Hauptstadt des damaligen Großfürstentum Litauen. In der Mitte befindet sich eine Kapelle in die Maria (in einiger ihrer wenigen Abbildungen) ohne Kind dargestellt. wird. Es handelt sich um einen bedeutsamen Wallfahrtsort sowohl für Katholiken als auch für russisch-orthodoxe Gläubige. Am Weg runter zur Altstadt kommt man noch bei einer russisch-orthodoxen Kirche vorbei: das schöne an diesen Kirchen ist nicht nur das Interieur sonder auch die schwere weihrauchgeschwängerte Luft. Auch kann man hier endlich Kerzen anzünden – allerdings muss man sich anstellen mit lauter Einheimischen ;) Eine Kerze kostet 1,50 LTL (€ 0,43). Fotografieren natürlich verboten :( .

Um den Lieben daheim eine Freude zum machen, geht es auf die Suche nach ein paar Ansichtskarten. Die Post schließt Samstag um 15:00 Uhr – somit nicht ewig Zeit. Die Motive erinnern entweder an die 80er-Jahre oder es ist nur ein Bild zu sehn. Schließlich kommt es zum Kauf und nachdem es schon wieder zu regnen beginnt geht es ins “AJ Šokoladinės” – eine Art Konditorei und Konfiserie in Einem. Der Espresso kostet heiße 4 LTL – was relativ teuer ist – nimmt man ihn mit Brandy kostet er 5,90 LTL  (€ 1,70), was wieder angemessen ist ;) . Ein leckerer Ingwertee mit frisch gepresstem Orangensaft versetzt kostet 7,50 LTL (ist aber jeden Lita wert!). Nachdem die Karten umfangreich mit Text versehen wurden geht es auf die Post – eine Briefmarke kostet in die EU 2,15 LTL (€ 0,62).

Neben der Post liegt gleich das “Deimantų muziejus” (Diamantenmuseum).  Der Eintritt liegt normalerweise bei 15 LTL (€ 4,34) – weil das Museum aber gerade 1. Jahrestag feierte, war der Eintritt dieses Wochenende kostenlos. Ob sich der Eintritt auszahlt muss jeder selber wissen – das Museum ist eher ein Juwelier mit einer Tour woher Diamanten kommen als ein Museum mit angeschlossenem Shop. Viel war auch nicht los – die Tour konnte man alleine machen – eine “Aufpasserin” war dabei, damit man nix “fladert” ;) . Fotografieren war auch nicht erlaubt.

Da sich nach dem Museum wieder Hunger einstellte, ging es zu “Charlie Pica“. Die Kette betreibt ein durchgestyltes Restaurant in der gleichen Straße wie Post und Museum. Eine (nicht auf deutsch/englisch ausgeführte) Aktion bietet Pizzen zB mit Cola um 4,99 LTL oder Einzeln (20 cm Durchmeser) ab 3,89 LTL (€ 1,13), das Bier kommt auf die üblichen 4,99 LTL (€ 1,45) für ein Seidl. Die Pizza ist sehr lecker – das Bier auch. So kommt der kleine Lunch auf 13,87 LTL (€ 4,01) – ein zweites kleines Bier (diesmal ein dunkles war noch drin ;) ).

Nach einem Ausflug zum Supermarkt (das Wasser im Hotel vom Hahn schmeckt dem verwöhnten Gaumen vom Tiroler Gebirgswasser und der Wiener Hochquellleitung nicht wirklich, außerdem gab’s nichts Süßes im Hotel zu kaufen) gings vorm Abendessen zurück ins Hotel zum Entspannen… oder Verdauen… oder beides :) .

Das Abendessen gabs im “Žemaičiai” – da es gerade wieder aufgehört hatte zu regnen, gings wieder zu Fuß in die Altstadt. Ein “dark beer” gab’s zu trinken, auf der Karte stand “Cutlets from various game chop with stewed beetroot and potato rolls” – das ich als Kotlett (wie vom Lamm oder Kalb) übersetzte – allerdings kann man nach meiner nachherigen Recherche auch Faschierte Laibchen darunter verstehn… So verstanden Sie es auch in Litauen darunter ein Fleischpflanzerl – begeisterte mich als nicht wirklich Faschiertbegeisterter eher wenig, kosten wollte ichs trotzdem und es entpuppte sich als durchaus schmackhaft (für Faschiertes…). Dazu gabs wie oben beschrieben Rote Rüben und Kartoffelbällchen (und extra einen großen Klecks Sauerrahm – das mag man hier). Der Preis von 26 LTL (€ 7,53) ist aber durchaus angemessen! Das Bier mit 7 LTL liegt im Normalbereich. Als Verdauungshilfe gibt es einen Kräuterlikör aus 27 Zutaten mit dem Logo “999″ – beschrieben wird’s mit “… like Jägermeister but not really..” – was auch stimmt – es schmeckt eher wie ein leichterer Fernet.

Müde und voll geht’s zurück zum Hotel mit der Hoffnung auf einen Sonntag mit weniger Regen und wenigsten einem Sonnenfenster unter Tags…