Jedermann 2012 | Domplatz zu Salzburg

Das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmansthal wurde bereits 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin uraufgeführt und seit 1920 jährlich in Salzburg (bei gutem Wetter) am Domplatz fortgeführt. Die Titelrolle wird in Salzburg durchwegs von einem geschätzten Schauspieler gemimt – in den Jahren waren darunter Attila Hörbiger, Maximilian Schell, Curd Jürgens, Klaus Maria Brandauer, Peter Simonischek und als dessen Nachfolger nun Nicholas Ofczarek. Als Freundin von Jedermann, der Buhlschaft waren nicht minder bekannte Schauspielerinnen zu sehen: Christiane Hörbiger, Senta Berger, Nadja Tiller, Sunnyi Melles, Veronika Ferres und seit 2010 Birgit Minichmayr.

Das Spiel ist erschreckend aktuell: Die Welt hat Gott vergessen und so schickt dieser den Tod nach Jedermann um Gericht zu halten. Dieser überredet den Tod zu einer Frist um jemanden zu finden, der mit ihm geht – doch sowohl seine Dienerschaft als auch sein treuer Gesell wie auch die Verwandtschaft verweigern sich. So bleibt ihm nur das Geld, der Mammon, doch auch dieser verlässt ihn, nicht ohne im zu zeigen, dass es das Geld ist, der die Fäden zieht und Jedermann nur dessen Werkzeug. Allein gelassen und vor Verzweiflung will der Teufel den ihm verfallen holen als die “Guten Werke” gezeichnet durch Jedermanns Leben nur schwach und müde, Jedermann doch noch zur Umkehr und Einsicht bewegt und Gott als Gütiger ihn mitnimmt in den Himmel.

Das Spiel des Jedermann basiert auf den Mittelalterlichen Mysterienspielen, zu denen zB die Passionspiele gehören. In den Spielen treten Tugenden und Schwächen als Personen auf wie im Jedermann der Glaube, die guten Werke und auch der Mammon.